Freitag , 15 Dezember 2017
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Hai-Angriffe in der Adria – 11 Tote in 150 Jahren – Video und Karte

Der Weiße Hai kommt auch in der Adria vor. Foto: Flickr, Elias Levy

 

Wer denkt beim Schwimmen im Meer nicht daran, was vielleicht unter ihm/ihr schwimmt?

Von den weltweit ca. 400 Arten von Haien leben rund 30 im Adriatischen Meer. Davon können nur zwei Arten für Menschen gefährlich werden, der Blauhai (Prionace glauca) und ausgerechnet der Weiße Hai (Carcharodon carcharias).

Zum letzten Mal wurde der Weiße Hai in der Adria Ende Oktober 2017 gesichtet und auf Video aufgenommen. Die Aufnahmen machte das Barracuda Fishing Team ca. 15 Seemeilen vor dem italienischen Rimini in der Nördlichen Adria. Unten ist besagtes Video zu sehen.

Video: Weißer Hai vor Rimini

 

 

11 tödliche Hai-Angriffe in 150 Jahren

 

Offizielle Daten zu Hai-Angriffen in der Adria werden seit 1868 gesammelt, also seit bald 150 Jahren. Die Statistiken führt heute das US-amerikanische Shark Research Institute aus Princeton, New Jersey, eine der Forschung und dem Schutz von Haien gewidmete Organisation.

Seit 1868 gab es 11 registrierte Angriffe mit tödlichen Folgen in der Adria. 1868 starb ein Schwimmer vor Triest an den Folgen eines Angriffs. 1907 erwischte es Schwimmer nahe den kroatischen Inseln Krk und Hvar. 1934 passierte ein tödlicher Angriff auf eine slowenische Touristin bei Kraljevica in der Kvarner Bucht.

Im Sommer 1955 gab es jeweils einen Angriff bei Opatija (Kvarner Bucht) und beim montenegrinischen Budva. In Opatija war das Opfer eine 32-jährige deutsche Touristin aus Augsburg. Bei Budva soll ein 6,5 Meter langer Weißer Hai einen Studenten aus Belgrad zur Hälfte durchgebissen haben. In Opatija erwischte es 1961 wiederum einen Studenten aus Belgrad, der Hai biss beide Beine und Teil eines Arms ab. Der 19-jährige schwamm mit Freunden ca. 100 Meter von der Küste entfernt.

In der Kvarner Bucht gab es den nächsten tödlichen Hai-Angriff bei dem Ort Bakar in 1966, das Opfer war ein tschechischer Tourist. Der Tscheche schwamm hinter dem Netz eines Thunfischfängers als der Hai ihn angriff. Das nächste Opfer wurde 1971 ein polnischer Tourist bei Ika. Der letzte Angriff mit tödlichem Ausgang war 1974 beim dalmatinischen Omis der 21-jährige deutsche Tourist Rolf Schneider. Der letzte in der Adria registrierte Hai-Angriff passierte 2008. Ein Weißer Hai biss bei der Insel Vis in den Unterschenkel eines Tauchinstruktors der slowenischen Armee.

Karte der tödlichen Hai-Angriffe in der Adria

Auffällig ist, kein Hai-Opfer kam aus Istrien, der Kvarner Region oder aus Dalmatien. Daraus lässt sich vielleicht schließen, dass Urlauber ein größeres Risiko eingehen und weiter hinausschwimmen. Außerdem scheint es seit den 70-ern weniger Weiße Haie in der Adria zu geben. Dies wird wiederum damit zusammenhängen, dass es, wegen der Überfischung von Thunfisch, weniger Futter in der Adria gibt.

In Kroatien gilt nach wie vor die Regel, dass man eher bei der Fahrt zum Strand als durch eine Begegung mit einem Hai ums Leben kommen würde. Dennoch sollte man die Gefahr nicht unterschätzen. “Der Klimawandel hat sich negativ auf die Meeresorganismen ausgewirkt. Obwohl es sich hierbei um eine Erhöhung von etwa einem Grad Celsius handelt, sind die Folgen verheerend”, so der Zagreber Meeresbiologe, Peter Kružić. Laut dem Experten könnte es bei Haien zu einer Änderung der Artenvielfalt kommen, die dann ein aggressiveres Verhalten aufweisen würden. Kružić rät, sollte man einem Hai begegnen, sich so schnell es geht zu entfernen, ohne jedoch viel Wirbel auszulösen. “Natürlich sollte man auch hoffen, dass der Hai nicht hunrig oder neugirig ist. Das ist in der Adria häufig nicht der Fall”, so Kružić. kosmo.at

Aufzeichnungen von Sichtungen bzw. Begegnungen mit Weißen Haien in der Adria werden seit dem Mittelalter gesammelt. Insgesamt wurden 628 Fälle zwischen dem Jahr 467 und 2015 dokumentiert. Der Weiße Hai zeigt seit Menschengedenken fast überall im Mittelmeer Präsenz.

Niemand weiß, wie viele Weiße Haie im Mittelmeer leben, erklärt Gabriel Morey (Meeresbiologe). Sicher sei lediglich, dass sie überaus selten sind. Womöglich gebe es nur ein paar Hundert geschlechtsreife Exemplare. Von den Großfischen selbst geht kaum eine Bedrohung aus. Zwar hat es in der Vergangenheit auch an europäischen Küsten vereinzelt Angriffe auf Menschen gegeben, aber in Anbetracht der vielen Millionen unbehelligter Badegäste ist das Risiko offenbar extrem gering. Die letzte Attacke fand 2008 vor der kroatischen Insel Vis statt. Das Opfer überlebte. – derstandard.at

Quellen: 24sata.hr, welt.de, focus.de, kosmo.at, krone.at, sharks.org, proplanta.de, wikipedia.de, derstandard.at, 100posto.hr