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100 Jahre Erster Weltkrieg – Die Wracks im Meer vor Istrien

Zuletzt aktualisiert am 29.01.2016

Die "Baron Gautsch", Foto: Wikipedia
Die “Baron Gautsch”, Foto: Wikipedia

Dieses Jahr jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal. Sichtbare Folgen des Weltkriegs sind in Istrien vor allem am Meeresgrund zu sehen. Die Stadt Pula war ja bekanntlich Hafen der k.u.k. Kriegsmarine und so gibt es aus dieser Zeit einige Wracks von vor der Küste Istriens gesunkenen Schiffen zu sehen. Das bekannteste von ihnen ist dass der “Baron Gautsch”.

Im August 2014 wird in Pulas Geschichts- und Schifffahrtsmuseum (Povijesni i pomorski muzej Istre – PPMI) diesbezüglich eine Ausstellung über die “Baron Gautsch” veranstaltet werden (Kustorin der Ausstellung ist Katarina Pocedić). Wir werden darüber noch weiter berichten. Weiter unten sind Auszüge eines kurzen Artikels über das Schiff den ich vor einiger Zeit für das Diving Center Shark in Medulin geschrieben habe.

Die “Baron Gautsch” war ein Passagierschiff der Österreichischen Lloyd, das von 1908 bis 1914 Passagiere auf der dalmatinischen Eillinie von Triest zu verschiedenen Häfen an der nördlichen Adria-Küste beförderte.

Skizze des Wracks, Foto: Diving Center Shark Medulin
Skizze des Wracks, Foto: Diving Center Shark Medulin

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden die Handelsschiffe Österreich-Ungarns zum Kriegsdienst eingezogen und der Kriegsmarine unterstellt. Sie erhielten einen Tarnanstrich und dienten nun als Hilfskreuzer, Truppentransporter oder Versorgungsschiffe. Viele Offiziere waren Reservisten und traten in den Dienst der Kriegsmarine ein. Auch die “Baron Gautsch” war davon betroffen. Es folgten vier Fahrten, auf denen das Schiff Versorgungstruppen nach Kotor, heutiges Montenegro, brachte. Auf den jeweiligen Rückreisen wurden Zivilisten in die Häfen der nördlichen Adria evakuiert.

Wracktauchen “Baron Gautsch” – Video vom Diving Center Shark Medulin

Die “Baron Gautsch” lief am 13. August 1914 vor der Insel Brijuni an der Küste Istriens in ein von der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine gelegtes Minenfeld und sank innerhalb weniger Minuten. Das Schiff sollte gegen 18.00 Uhr in Triest einlaufen. Das Kommando auf dieser Fahrt hatte Kapitän Paul Winter. Die Baron Gautsch dampfte auf direktem Nordkurs, was sie der Küste Istriens wesentlich näher brachte, als die Anweisungen der Kriegsmarine es vorsahen. Entweder wurde darauf keine Rücksicht genommen oder es wurde nicht registriert. 147 Menschen starben.

Der Minenleger “Basilisk” sah das Passagierschiff direkt in die Gefahrenzone dampfen und gab Warnsignale, die jedoch nicht bemerkt wurden. Im letzten Moment wurde an Bord der “Baron Gautsch” die Gefahr erkannt und das Ruder des Schiffs wurde hart herumgelegt, doch es war bereits inmitten des Minenfelds.

Das Wrack liegt auf ebenem Kiel auf sandigem und steinigem Grund und ist von Algen und Schwämmen überwuchert. Es gilt heute als eines der beliebtesten Tauchziele für Wracktaucher in der nördlichen Adria.

Die Radiotelevisione Italiana produzierte 1993 einen Film über den Untergang des Schiffs und das Wrack, der mediales Aufsehen erregte und Berichterstattungen in österreichischer und italienischer Presse zur Folge hatte.

Die Geschichte der “Baron Gautsch” mit englischen Untertiteln

Das PPMI auf Pulas Kaštel sollte ein zentraler Punkt Deines Besuchs von Pulas Sehenswürdigkeiten sein, nicht nur ist der Ausblick auf Pula von der Mauer und den Türmen der Festung atemberaubend (und wir nutzen dieses Wort nicht oft), sondern es gibt auch eine Ausstellung über die SMS “Szent Istvan” zu sehen. Das Schiff war eines von vier Schiffen der Klasse Tegetthoff der k u k. Kriegsmarine und sank bei der Insel Premuda vor Zadar 1918. Wir werden ab und zu auch Geschichten über weitere Wracks um Istrien bringen.

Der Eingang zum PPMI in Pula
Der Eingang zum PPMI in Pula